Warum gibt es die RKI Richtlinie für die Zahnarztpraxis?
In einer Zahnarztpraxis gibt es viele Quellen, die einer hohen Gefahr für die Ansiedlung von Krankheitskeimen ausgesetzt sind. Aus diesem Grund bedarf es einer gewissenhaften Einhaltung hygienischer Maßnahmen, die u.a. in der RKI Richtlinie festgelegt sind.
Dieses Blatt zu „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“, die von der Kommission für Krankenhaushygiene (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) herausgegeben wurde, gibt Empfehlungen für die Desinfektion, Sterilisation und Reinigung von Dentalinstrumenten und sämtlichen Gegenständen in einer Zahnarztpraxis.1
Ein
ausgezeichnetes Hygienemanagement reduziert letztlich die
Infektionsgefahr für Personal und Patienten erheblich. Die RKI
Richtlinie gibt dem Inhaber einer Zahnarztpraxis die nötigen
Informationen und Hinweise an die Hand, die zur Umsetzung eines
umfassenden Hygieneplans wichtig sind.
Die RKI Richtlinie hilft daher, die vorgeschriebenen, gesetzlichen Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes einzuhalten.
Welche Wasserqualität für die Aufbereitung von medizinischen Geräten?
Gemäß RKI Richtlinie muss das Wasser, das zur Aufbereitung der
medizinischen Geräte verwendet wird, die mikrobiologischen Parameter
erfüllen, die von der Trinkwasserverordnung vorgeschrieben werden. Eine
regelmäßige Wasseruntersuchung in der Zahnarztpraxis gibt hierüber
Aufschluss.
Das Wasser, das zur Schlussspülung genutzt wird, muss
laut RKI Richtlinie für die Zahnarztpraxis noch weiteren Anforderungen
entsprechen:
➥ Es muss frei von fakultativ pathogenen Mikroorganismen sein. Es wird VE-Wasser empfohlen, um Kristallbildungen und Ablagerungen auf den medizinischen Geräten zu vermeiden.
➥ Mikrobiologisch einwandfreies Wasser kann durch den Einsatz eines Wasserfilters erreicht werden. Allerdings sind hierzu die Angaben des Herstellers zu beachten, um eine Verunreinigung des Wassers zu vermeiden.
Wassertest nach RKI
Wassertest nach RKI
✔️ Gesamtkeimzahl bei 36 °C
✔️ Legionellen gemäß RKI-Empfehlung
✔️ jährliche Prüfung aller Dentaleinheiten
Wasserhygiene Test (RKI Plus)
RKI Wassertest Plus
✔️ Gesamtkeimzahl bei 36 °C
✔️ Legionellen und Pseudomonas aeruginosa
✔️ erweitert nach RKI-Empfehlung Plus
Welche Hygieneanforderungen an medizinische Geräte?
Die Hygieneanforderungen an medizinische Geräte sind je nach Zweck und
Einsatz in einer zahnärztlichen Behandlung unterschiedlich hoch. Hierzu
erfolgt eine Einteilung in die verschiedenen Gruppen von kritisch,
semikritisch und unkritisch. Eine entsprechend strenge und gewissenhafte
Desinfektion oder sogar Sterilisation der medizinischen Geräte je nach
Gruppe muss eingehalten werden.
Die RKI Richtlinie gibt nähere
Informationen zur Einteilung der jeweiligen Risikogruppen und informiert
über die zugelassenen Methoden der Reinigung, Desinfektion und
Sterilisation in einer Zahnarztpraxis.
Wie sinnvoll ist eine regelmäßige Wasseruntersuchung in der Zahnarztpraxis?
Eine Wasseruntersuchung in einer Zahnarztpraxis gemäß der Richtlinie
dient letztlich nicht nur der Vorbeugung von Infektionen, sondern auch
der Entlastung des Zahnarztes im Beschwerdefall. Die Gesundheitsämter
überwachen die Einhaltung der Hygienemaßnahmen einer Zahnarztpraxis. Bei
dringendem Verdacht einer Nichteinhaltung dieser Vorschriften zur
Infektionsprävention können Untersuchungen durch das Gesundheitsamt
veranlasst werden, die Konsequenzen fordern.
Das RKI empfiehlt eine
solche Analyse mindestens einmal im Jahr durchzuführen. Werden alle
Punkte der RKI Richtlinie vom Personal der Zahnarztpraxis eingehalten,
so dient diese Gewissenhaftigkeit dem Schutz der Patienten und des
Personals selbst.