RKI empfiehlt Zahnärzten Wasseruntersuchung auf Legionellen
Legionellen sind im Wasser lebende gramnegative Stäbchenbakterien, die sich durch Flagellen fortbewegen können.
Eine
Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt eine jährliche
allgemeine Wasseruntersuchung und eine halbjährliche Wasseruntersuchung
des Kühlwassers der Dentaleinheiten auf Legionellen vor.
Legionellen gelangen über die Wassereinspeisung des Wasserwerks in die Zahnarztpraxis, da sie in geringen Mengen im Trinkwasser enthalten sein können. Im Leitungsnetz der Zahnarztpraxis finden Legionellen häufig ein ideales Habitat, in dem sie sich stark vermehren. Dies trifft besonders dann zu, wenn selten genutzte Warmwasserleitungen und -behälter vorhanden sind.
Mit der Wasseruntersuchung auf Legionellen in Zahnarztpraxen soll sichergestellt werden, dass das Wasser aus Dentaleinheiten mindestens Trinkwasserqualität aufweist.
GUT ZU WISSEN: Trinkwasser darf an der Entnahmestelle nicht mehr als 100 KBE (koloniebildende Einheiten) Legionellen pro 100 Milliliter enthalten. Wasseruntersuchungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass dies oftmals in der Zahnarztpraxis nur schwer einzuhalten ist, da Legionellen in Biofilmen vor Entkeimungsmaßnahmen geschützt sind.
Sowohl eine thermische als auch eine chemische Desinfektion des Wassers führen daher oftmals nicht zum erwünschten Erfolg. Ebenso ist zu berücksichtigen, dass auch abgetötete Legionellen ein Nährboden für andere Mikroorganismen darstellen. Eine mögliche Maßnahme gegen Legionellen ist die Installation einer Ultrafiltrationsanlage.
Wassertest nach RKI
Wassertest nach RKI
✔️ Gesamtkeimzahl bei 36 °C
✔️ Legionellen gemäß RKI-Empfehlung
✔️ jährliche Prüfung aller Dentaleinheiten
Wasserhygiene Test (RKI Plus)
RKI Wassertest Plus
✔️ Gesamtkeimzahl bei 36 °C
✔️ Legionellen und Pseudomonas aeruginosa
✔️ erweitert nach RKI-Empfehlung Plus
Wassertest "Dental Legionellen"
Wassertest „Dental Legionellen“
✔️ gezielte Untersuchung auf Legionellen
✔️ Legionellenfreiheit im Praxis-Trinkwasser
✔️ Verantwortung des Praxisbetreibers
Erkrankungen durch Legionellen im Wasser der Zahnarztpraxis
Generell gilt für die Anzahl der Legionellen im Wasser der Zahnarztpraxis ein Minimierungsgebot, da das Infektionsrisiko nicht nur von der Menge der Legionellen, sondern u.a. auch von der Pathogenität der Stämme und der Konstitution der gefährdeten Personen abhängt. In Hochrisikobereichen, in denen vermehrt immungeschwächte Patienten behandelt werden, sollten daher bei der Wasseruntersuchung gar keine Legionellen nachweisbar sein.1
➥ Die Infektion mit Legionellen geschieht hauptsächlich über Aerosole. Dies ist besonders für Zahnarztpraxen relevant, da bei der Verwendung von Hand- und Winkelstücken Aerosole entstehen, die noch 1,5 m vom Handstück entfernt über einen längeren Zeitraum nachweisbar sind. Daraus ergibt sich auch eine potentiell hohe Infektionsgefahr für das zahnmedizinische Personal.
➥ Legionellen gelangen über die lungengängigen Aerosole in den Körper. Dort können sie eine Legionellose auslösen, die sich in grippenähnlicher Symptome bis zu einer schweren Lungenentzündung äußern kann.
WICHTIG ZU WISSEN: 15 Prozent dieser Lungenentzündungen enden tödlich. Schätzungsweise gibt es bundesweit ca. 30.000 Infektionen mit Legionellen jährlich, von denen ungefähr 3.000 einen tödlichen Ausgang nehmen.
Auch das Pontiac-Fieber wird durch Legionellen ausgelöst, nimmt aber einen weniger schweren Krankheitsverlauf. Die Patienten erholen sich trotz starkem Krankheitsgefühl und Fieber meist innerhalb einer Woche fast vollständig.