Infektionsquelle: Wasser in der Zahnarztpraxis

Das Wasser, das in der Zahnarztpraxis verwendet wird, stellt sowohl für Patienten als auch für das Personal durch darin enthaltene Krankheitserreger eine potentielle Infektionsquelle dar.

krankheitserreger-zahnarztpraxis

Wasser wird bei der Behandlung vom Patienten verschluckt und gelangt in Schleimhautläsionen, und wird außerdem als Aerosol von ihm, dem behandelnden Arzt sowie der Helferin eingeatmet. Krankheitserreger, die im Wasser der Zahnarztpraxis häufig vorkommen, sind:

Legionellen
coliforme Keime
Escherichia coli (E. coli)
Pseudomonas aeruginosa

In einer Studie der Canadian Dental Association wurden bei zahnmedizinischem Personal häufiger Legionellen-Antikörper sowie eine veränderte Besiedlung der Nasenschleimhaut festgestellt.

Besonders auch für immunsupprimierte Patienten kann kontaminiertes Wasser aus der Dentaleinheit zur Gefahr werden, da selbst eine geringe Anzahl an Krankheitserregern zu Infektionen führen kann.

Krankheitserreger erkennen durch Wassertest

Da die Aufrechterhaltung einer einwandfreien Wasserhygiene ein komplexes Thema ist, das für viele Betreiber von Zahnarztpraxen eine Herausforderung darstellt, empfiehlt das Robert Koch-Institut die regelmäßige Durchführung von Wasseruntersuchungen, um Krankheitserreger frühzeitig zu erkennen und das Wasser als Infektionsquelle auszuschließen.

Die Empfehlung gibt einen jährlichen Test des Wassers aus Dentaleinheiten vor, bei dem die Gesamtkeimzahl und die Anzahl der Legionellen bestimmt werden. Das in der Zahnarztpraxis verwendete Kühlwasser sollte halbjährlich auf die Gesamtkeimzahl sowie die Krankheitserreger Pseudomonas aeruginosa und Legionellen untersucht werden.

dentalwasseranalysen-zahnarztpraxis

Wie gelangen Krankheitserreger ins Wasser der Zahnarztpraxis?

Obwohl Leitungswasser in Deutschland eine hohe Qualität aufweist, gelangt es nicht steril in Gebäude und die darin befindlichen Zahnarztpraxen. Bereits vorhandene Krankheitserreger im Wasser finden oftmals im Leitungsnetz der Zahnarztpraxis Bedingungen, die ihre Vermehrung begünstigen. Dazu zählen

Unebenheiten durch eine raue Kunststoffoberfläche der Schläuche,
geringe Fließgeschwindigkeit und Durchflussrate,
Stagnation, z.B. durch selten genutzte Geräte,
schlecht gewartete Filter und Wasserenthärter,
für den Patientenkomfort erhöhte Wassertemperatur.

Das Wasser, das in der Zahnarztpraxis verwendet wird, stellt sowohl für Patienten als auch für das Personal durch darin enthaltene Krankheitserreger eine potentielle Infektionsquelle dar.

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Wasser wird bei der Behandlung vom Patienten verschluckt und gelangt in Schleimhautläsionen, und wird außerdem als Aerosol von ihm, dem behandelnden Arzt sowie der Helferin eingeatmet. Krankheitserreger, die im Wasser der Zahnarztpraxis häufig vorkommen, sind:

Legionellen
coliforme Keime
Escherichia coli (E. coli)
Pseudomonas aeruginosa

In einer Studie der Canadian Dental Association wurden bei zahnmedizinischem Personal häufiger Legionellen-Antikörper sowie eine veränderte Besiedlung der Nasenschleimhaut festgestellt.

Besonders auch für immunsupprimierte Patienten kann kontaminiertes Wasser aus der Dentaleinheit zur Gefahr werden, da selbst eine geringe Anzahl an Krankheitserregern zu Infektionen führen kann.

Krankheitserreger erkennen durch Wassertest

Da die Aufrechterhaltung einer einwandfreien Wasserhygiene ein komplexes Thema ist, das für viele Betreiber von Zahnarztpraxen eine Herausforderung darstellt, empfiehlt das Robert Koch-Institut die regelmäßige Durchführung von Wasseruntersuchungen, um Krankheitserreger frühzeitig zu erkennen und das Wasser als Infektionsquelle auszuschließen.

Die Empfehlung gibt einen jährlichen Test des Wassers aus Dentaleinheiten vor, bei dem die Gesamtkeimzahl und die Anzahl der Legionellen bestimmt werden. Das in der Zahnarztpraxis verwendete Kühlwasser sollte halbjährlich auf die Gesamtkeimzahl sowie die Krankheitserreger Pseudomonas aeruginosa und Legionellen untersucht werden.

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Wie gelangen Krankheitserreger ins Wasser der Zahnarztpraxis?

Obwohl Leitungswasser in Deutschland eine hohe Qualität aufweist, gelangt es nicht steril in Gebäude und die darin befindlichen Zahnarztpraxen. Bereits vorhandene Krankheitserreger im Wasser finden oftmals im Leitungsnetz der Zahnarztpraxis Bedingungen, die ihre Vermehrung begünstigen. Dazu zählen

Unebenheiten durch eine raue Kunststoffoberfläche der Schläuche,
geringe Fließgeschwindigkeit und Durchflussrate,
Stagnation, z.B. durch selten genutzte Geräte,
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für den Patientenkomfort erhöhte Wassertemperatur.

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Infektionsquelle Wasser dauerhaft ausschließen

Um das Wasser als Infektionsquelle in der Zahnarztpraxis dauerhaft ausschließen zu können, sollten gewisse Vorkehrungen fester Bestandteil der Arbeitsabläufe in der Zahnarztpraxis sein.
Es wird empfohlen, das Wasser an allen Entnahmestellen der Behandlungseinheiten in der Zahnarztpraxis für ca. zwei Minuten ablaufen zu lassen. Dadurch wird die während der Stagnation entstandene mikrobielle Belastung erheblich reduziert. Nach der Behandlung eines Patienten sollten die benutzten Entnahmestellen für ca. 20 Sekunden durchgespült werden.

Ebenso sind die Einrichtung einer Dauerentkeimung des Wassers in der Zahnarztpraxis sowie eine einmal täglich durchgeführte Intensivdekontamination sinnvoll. Die Aufbereitung von Wasser kann mittels UV-Strahlung oder Desinfektionsmittelzugabe erfolgen. Einige Dentaleinheiten erhitzen das Wasser im Vorratsbehälter auf ca. 70 bis 80°C, wodurch Krankheitserreger im Wasser weitestgehend abgetötet werden.

Auf den folgenden Seiten finden Sie weiterführende Informationen über Krankheitserreger, die sich im Wasser von Zahnarztpraxen häufig finden.

Gesamtkeimzahl im Wasser der Zahnarztpraxis

gesamtkeimzahl-zahnarztpraxisDie Gesamtkeimzahl wird zur hygienischen Beurteilung von Trinkwasser ermittelt. Bei dieser Untersuchung kann, anders als der Name vermuten lässt, nur ein Teil der im Wasser befindlichen Keime bestimmt werden. Wasser in der Zahnarztpraxis darf nicht mehr als 100 KBE pro Milliliter aufweisen.

Weitere Informationen zur Gesamtkeimzahl im Wasser der Zahnarztpraxis finden Sie hier

 

Wasseruntersuchung auf Legionellen in der Zahnarztpraxis

legionellen-wasseruntersuchungDurch Legionellen im Wasser kann lebensgefährliche Legionellose, aber auch das weniger gefährliche Pontiac-Fieber ausgelöst werden. Die Ansteckung geschieht über Aerosole, die eingeatmet werden. Deswegen dürfen im Wasser der Zahnarztpraxis keine Legionellen vorhanden sein, da hier häufig Wassernebel entsteht.

Informieren Sie sich hier über die Wasseruntersuchung auf Legionellen in der Zahnarztpraxis

 

Gefahr durch coliforme Keime in der Zahnarztpraxis

coliforme-keimeZu den coliformen Keimen zählen eine Vielzahl an Bakteriengattungen und -familien, die zur Familie der Enterobacteriaceae gehören. Coliforme Keime dürfen im Trinkwasser, und damit auch im Wasser der Zahnarztpraxis, nicht vorhanden sein.

Mehr Informationen über die Gefahr, die von coliformen Keimen in der Zahnarztpraxis ausgeht, erhalten Sie hier

 

E. coli im Wasser der Zahnarztpraxis

e-coli-wasser-zahnarztpraxisE. coli, oder auch Escherichia coli, gehören zur Familie der Enterobakterien. Sind E. coli im Trinkwasser vorhanden, deutet dies auf eine fäkale Verunreinigung hin. Sie können Harnwegsinfekte und schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.

Weitere Informationen zu E. coli im Wasser der Zahnarztpraxis finden Sie hier

 

Pseudomonas aeruginosa in der Dentaleinheit

pseudomonas-aeruginosa-zahnarztPseudomonas aeruginosa gelten als einer der wichtigsten Krankheitserreger, die über das Trinkwasser übertragen werden. Betreiber von Zahnarztpraxen stellen sie vor eine besondere Herausforderung, da sie häufig resistent gegen Desinfektionsmittel sind. In den Schläuchen der Dentaleinheit finden sie mitunter perfekte Lebensbedingungen.

Informieren Sie sich hier über Pseudomonas aeruginosa in der Dentaleinheit