Reinigung mit Thermodesinfektor in der Zahnarztpraxis notwendig?
Die Vorschriften für die Aufbereitung von Medizinprodukten ergeben sich aus deren Verwendungszweck. Grundsätzlich ist eine maschinelle Reinigung mit einem Thermodesinfektor in einer Zahnarztpraxis einer manuellen Aufbereitung vorzuziehen.
Die Medizinprodukte werden in Risikogruppen unterteilt. Man differenziert
➥ unkritische Medizinprodukte, wie Zementspatel und Zangen
➥ semikritisch A, wie Instrumente für restaurative Maßnahmen und Abformlöffel
➥ semikritisch B, wie Hand- und Winkelstücke, Bohrer und Polierer
➥ kritisch A, wie chirurgische Instrumente, WHO-Sonde und Wurzelkanalinstrumente
➥ kritisch B, wie chirurgisch rotierende Instrumente, Spritzen und chirurgische Hand- und Winkelstücke.1
Für die Aufbereitung von Medizinprodukten der Gruppe „kritisch B“ ist die maschinelle Methode mit einem Thermodesinfektor zwingend vorgeschrieben.
Anforderungen an das Wasser zur Aufbereitung von Medizinprodukten
Das Wasser, das zur Aufbereitung von Medizinprodukten in einer Zahnarztpraxis genutzt wird, sollte grundsätzlich den Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) entsprechen.
Zur Sicherung der Wasserqualität sollten zu Beginn eines Arbeitstages sämtliche wasserführenden Leitungen und Systeme in der Zahnarztpraxis mindestens 2 Minuten lang gespült werden.
Diese Maßnahme gilt für alle Entnahmestellen in einer Zahnarztpraxis. Die Angaben der Gerätehersteller sind zudem dringend zu berücksichtigen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, das Wasser mindestens einmal im Jahr auf mikrobiologische Qualitätsparameter zu kontrollieren.
Die letzte Spülung der Medizinprodukte vor der Sterilisation erfolgt mit keimarmem, vollentsalztem Wasser. Das Wasser, das zur Aufbereitung von Medizinprodukten eingesetzt wird, wird in der Norm DIN EN 285 benannt.2
Wassertest nach RKI
Wassertest nach RKI
✔️ Gesamtkeimzahl bei 36 °C
✔️ Legionellen gemäß RKI-Empfehlung
✔️ jährliche Prüfung aller Dentaleinheiten
Wasserhygiene Test (RKI Plus)
RKI Wassertest Plus
✔️ Gesamtkeimzahl bei 36 °C
✔️ Legionellen und Pseudomonas aeruginosa
✔️ erweitert nach RKI-Empfehlung Plus
Thermodesinfektor und Co. – Methoden zur Aufbereitung von Medizinprodukten
Generell unterscheidet man zwischen manueller und maschineller
Desinfektion bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. Zur manuellen
Methode gehören die Eintauchdesinfektion und die Reinigung mit
Ultraschall. Als maschinelle Methode wird die Aufbereitung mit einem
Thermodesinfektor bezeichnet. Bei der Dampfsterilisation unterscheidet
man Typ B, S und N. Grundsätzlich sind hierbei die Vorgaben des
Herstellers zu beachten.
Vor jeder Desinfektion muss eine
Vorreinigung erfolgen. Danach folgt die maschinelle oder
manuell-chemische Desinfektion. Nach der dokumentierten Freigabe der
Medizinprodukte erfolgt die geschützte Lagerung der Instrumente in der
Zahnarztpraxis. Zur Aufbereitung der Medizinprodukte aus der Gruppe
„kritisch A und B“ ist zusätzlich die Sterilisation vorgeschrieben.